Holger Klausen musiziert in der Wichtel Akademie

Musik mit allen Sinnen erleben

In der musikalischen Früherziehung tauchen Krippen- und Kindergartenkinder auf spielerische Weise in die Welt des Singens, Musizierens und Tanzens ein.

Die Wichtel Akademie München schafft eine Umgebung, die von Geborgenheit geprägt ist. Bei uns kann jedes Kind seine Interessen entdecken und sich frei entfalten. Eine Säule dieses Konzepts und des vielfältigen pädagogischen Angebots bildet die musikalische Früherziehung. In Kooperation mit dem Musikgarten Klausen bietet die Wichtel Akademie an ausgewählten Standorten einmal wöchentlich Musikstunden während der Betreuungszeit an.

Holger Klausen ist staatlich geprüfter Musiklehrer, der es sich nach seiner Laufbahn als professioneller Musiker zur Aufgabe gemacht hat, seine musikalische Leidenschaft weiterzugeben. Für die Kinder entwickelt er an das jeweilige Alter angepasste Übungen zu Rhythmik und Taktgefühl, ermöglicht das Ausprobieren von verschiedenen Instrumenten und singt natürlich auch viel mit den Kleinen. Ziel der Musikstunden ist es, die Neugierde und Freude an der Musik zu wecken und auszubauen.

Kleinkinder erleben Musik mit allen Sinnen: Sie tanzen mit bunten Tüchern, klatschen, hüpfen und rennen im Takt der Musik. Sie lauschen den leisen Tönen und haben viel Spaß daran, mit Trommeln und den eigenen Stimmen die Lautstärke zu steigern. Herr Klausen weiß: Das Empfinden auf allen Sinnesebenen ist für die Entwicklung der Kinder sehr bedeutend.

Wir haben unserem Musiklehrer in einem Interview ein paar Fragen zu seiner Arbeit mit den Musik-Wichteln gestellt.

Herr Klausen, welche Fähigkeiten werden durch die musikalische Früherziehung gefördert?

„In unserer elementaren Musikerziehung werden die drei Elemente der Musik vermittelt:

Melodie: Wir machen einfache melodische Übungen. Ich singe vor, die Kinder singen nach. Die Kinder lernen hier, ein Empfinden für Melodien zu entwickeln. Sie singen in der richtigen Tonhöhe, hören zu und nehmen wahr.

Rhythmus: Ich spreche einfache Rhythmusfolgen vor, die Kinder sprechen nach. Später werden diese Rhythmen auf Klanghölzern, auf der großen Rahmentrommel, auf der Cajon und auch auf Soundpads (sehr beliebt!) von mir vor- und von den Kindern nachgespielt. Hier wird vor allem das Rhythmusempfinden und die Schlagtechnik auf der Trommel oder der Cajon geschult.

Bewegung: In jeder Stunde tanzen wir eine einfache Choreographie. Oder ich spiele unterschiedliche Patterns auf der Gitarre und die Kinder bewegen sich dazu – mal schnell, mal langsam, im Zickzack laufend, balancierend, oder rückwärtsgehend. Das macht sehr viel Spaß! Vor allem, wenn ein Kind sich alleine bewegen darf und die anderen zuschauen. Bei den Bewegungs-Elementen üben die Kinder sich in Koordination, sie lernen, die Bewegung und die Musik miteinander zu verbinden und sich durch Bewegung auszudrücken.“

Was gefällt Ihnen an der Arbeit mit den Kindern besonders, Herr Klausen?

„Die Musikstunden mit den Kindern in der Wichtel Akademie haben mein Berufsleben nochmals grundlegend verändert. Ich habe klassisches Klavier und Gesang studiert, war über 20 Jahre Entertainer, habe in vielen Rock- und Popbands gespielt, viele hundert Auftritte hinter mir und über 25 Jahre eine kleine private Musikschule aufgebaut.

Die Arbeit mit den Kindern unter 6 Jahren ist etwas völlig anderes. Die Kinder sind immer authentisch. Das heißt, ich muss es auch sein! Wenn ich es nicht bin, erlauben mir die Kinder nicht, in ihre Welt einzutreten. Mit ihnen in ihrer Welt zu sein, durch die Musik ihre wirklichen, wahren Gefühle zu erleben und zu empfinden, mit den Kindern in einer echten Beziehung zu sein – nicht oberflächlich – das ist das Schönste und Wertvollste, was ich bisher in meinem Leben empfinden durfte! Natürlich ist es schön, zu erleben und zu fördern, wenn ein Kind besonderes Interesse an der Musik hat und begabt ist. Aber darum geht es mir nicht in erster Linie. Jedes Kind ist musikalisch und jedes Kind erlebt Musik auf seine Art und Weise.“

An welchen Moment in der Gruppe erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

„Es ist nahezu jede Stunde schön und ich bin glücklich, wenn die Kinder den Musikraum nach der Stunde gut gelaunt und manchmal auch singend und tanzend verlassen. Es gab neulich allerdings einen Moment in der Krippe, der mir in Erinnerung geblieben ist. Die Stunde war bereits zu Ende und alle Kinder verließen mit den Erzieherinnen den Raum. Da drehte sich ein etwa 2-jähriger Junge nochmals zu mir um, lief auf mich zu, setzte sich kommentarlos auf meinen Schoß und strahlte! Dieser Moment hat mein Herz tief berührt und ich werde ihn niemals vergessen.“

Herr Klausen, warum ist das Begrüßungslied in Ihrer Stunde oder das Gute-Nacht-Lied zu Hause so ein schönes und wichtiges Ritual für die Kinder?

Es ist so wichtig, dass sich jedes Kind gesehen und gehört fühlt. Wenn ich nur ein Kind in der Gruppe nicht wirklich beachten und es nicht merken würde, dass ich bei ihm bin, würde es sich nicht gut fühlen und sich abwenden. Deshalb wird zu Stundenbeginn jedes Kind mit seinem Namen besungen: Wir singen für die Elena… Wir singen für den Max… Das ist ein wichtiges Ritual! Die Kinder greifen es meist auf und singen für alles und jeden: Für die Mama, für den Papa, für die Sonne, für die Erde, für den Bruder, für die Oma usw. Es ist einfach nur wunderschön.“

Vielen Dank für diesen schönen Einblick in Ihre Arbeit, Herr Klausen.

Anmeldung

Für Krippenkinder sind die Kosten für das Musikangebot in den Elternbeiträgen enthalten. Die kostenpflichtige Anmeldung für Kindergartenkinder erfolgt über die Webseite der Sport und Spiel Akademie. Das Musikangebot ist an den Standorten Schwabing und Fürstenried verfügbar.