Vorschulförderung im Kindergarten

Vorschulförderung im Kindergarten bedeutet die gezielte Vorbereitung der ältesten Kinder auf die Schule. Im letzten Kita-Jahr erhalten die älteren Kinder besondere Angebote, um wichtige Fähigkeiten für den Schulstart zu entwickeln. Eine eigene Vorschule als separate Einrichtung gibt es meist nicht – die Förderung ist in den Kindergartenalltag integriert und erfolgt spielerisch. Die Kinder werden behutsam an neue Herausforderungen herangeführt – ohne Leistungsdruck.

Was bedeutet Schulfähigkeit?

Schulfähigkeit umfasst weit mehr als das Erkennen von Buchstaben oder das Zählen bis zehn. Vielmehr geht es um die ganzheitliche Entwicklung von Basiskompetenzen, die Kindern helfen, den Schulalltag zu bewältigen. Dazu zählen emotionale Stabilität, die Fähigkeit zur Selbstregulation, Neugier und Lernfreude sowie die Bereitschaft, sich auf neue Situationen einzulassen.

Kognitive Vorläuferfähigkeiten wie ein erstes Zahlenverständnis, phonologische Bewusstheit (das Heraushören von Lauten und Silben) oder die Fähigkeit, sich Dinge zu merken, entwickeln sich im Vorschulalter besonders stark. Ebenso wichtig ist die motorische Kompetenz: Eine gute Stifthaltung, Kraft in den Händen und eine ausgereifte Auge-Hand-Koordination erleichtern später das Schreiben lernen erheblich.

Ganzheitliche Förderung im Kita-Alltag

Im Mittelpunkt steht die ganzheitliche Förderung, damit der Übergang in die Grundschule gelingt. Die Kinder erkunden spielerisch Zahlen und Buchstaben, erweitern ihren Wortschatz, trainieren Fein- und Grobmotorik und stärken ihre Sozialkompetenz (z. B. Regeln einhalten, Konflikte lösen). Zudem werden sie zu mehr Selbstständigkeit ermutigt, indem sie nach und nach kleine Aufgaben übernehmen. Durch diese breite Förderung starten die Vorschulkinder selbstbewusst und gut vorbereitet in die Schule.

Praktische Beispiele im Kita-Alltag

  • Feinmotorik schulen: Schneideübungen, Perlen auffädeln oder den eigenen Namen schreiben trainieren den Umgang mit Schere und Stift.
  • Spielerisches Lernen: Das Zählen von Alltagsdingen, einfache Reimspiele oder das Erkennen von Buchstaben vermitteln erste mathematische und sprachliche Grundlagen.
  • Kleine Dienste übernehmen: Ältere Kinder dürfen z.B. den Tisch decken oder den Wetterkalender führen und lernen so, Verantwortung zu tragen.
  • Zusammenarbeit üben: In kleinen Projekten arbeiten Vorschulkinder zusammen (z. B. ein kleines Theaterstück aufführen) und üben so Kooperation und Rücksichtnahme.
  • Ausflüge und Exkursionen: Besuche in der Grundschule, in der Bibliothek oder bei der Feuerwehr wecken Vorfreude auf die Schule und erweitern den Erfahrungshorizont.