Vom Kita-Kind zum Schulhüpfer
Starke Kinder auf dem Weg in die Schule: unser Konzept zur Schulvorbereitung
Der Übergang vom Kindergarten in die Schule ist für Kinder und ihre Eltern ein großer Schritt. Je besser wir unsere „Schulhüpfer“ auf ihren Sprung in die Schule vorbereiten und je mehr sie sich auf die Einschulung freuen, desto leichter fällt ihnen der Wechsel. Deshalb konzentrieren wir uns im letzten Kindergartenjahr ganz besonders darauf, die Schulbereitschaft unserer Wichtel zu fördern und ihre Freude auf die Schule zu wecken. Gleichzeitig gewinnt die Erziehung- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern verstärkt an Bedeutung.
Schulvorbereitung beginnt am ersten Krippen-Tag
Natürlich beginnt die Schulvorbereitung nicht erst im letzten Kindergartenjahr. Genau genommen dauert sie vom ersten Krippentag bis zum letzten Kindergartentag: Während seiner gesamten Kita-Zeit erlernt das Kind wichtige emotionale, soziale, motorische und kognitive Kompetenzen, die ihm helfen, den späteren Anforderungen in der Grundschule gerecht zu werden.
Bildungsbegleitung während der gesamten Kita-Zeit
Unsere pädagogischen Fachkräfte verstehen sich als Bildungsbegleiter:innen: Sie bauen eine persönliche Beziehung zu jedem einzelnen Kind auf und bestärken es in seinen individuellen Fähigkeiten. Wir begleiten jedes Kind in seiner Entwicklung vom Krippenkind zu einem starken, selbstbewussten und resilienten Schulkind.
So machen wir Schulhüpfer fit für die Schule
Unsere Themenschwerpunkte im letzten Kindergartenjahr
Um unseren Schulhüpfern den Übergang in die Grundschule zu erleichtern, konzentrieren wir uns im letzten Kindergartenjahr auf vier Themenbereiche. Damit wollen wir die folgenden Ziele erreichen:
Wer bin ich? Wertorientiert und verantwortungsvoll handelnde Kinder
- Das Kind kann sich mit seiner neuen Rolle identifizieren.
- Es ist sicher im Umgang mit seinen Grundbedürfnissen und baut seine Empathie für andere aus.
- Es kennt seine individuellen Stärken und entwickelt eine Wertschätzung gegenüber eigenen Lernprozessen.
- Über die Kenntnis seiner Stärken entwickelt das Kind Sicherheit im Umgang mit anderen und kann sich positiv ins Gruppengeschehen einbringen.
Literacy: Sprach- und medienkompetente Kinder
- Das Kind entwickelt Sprechfreude, auch vor größeren Gruppen und weniger bekannten Personen.
- Es entwickelt und stärkt seine Sprachkompetenz sowie sein phonologisches Bewusstsein.
- Das Kind versteht die Funktion von Schrift und lernt verschiedene Medien kennen.
- Es entwickelt ein Interesse und eine Wertschätzung gegenüber der Schriftkultur.
MINT-Projekte: Fragende und forschende Kinder
- Das Kind setzt sich mit Raum- und Lagepositionen sowie ein- und mehrdimensionaler Geometrie auseinander.
- Es entwickelt ein Verständnis für Zahlen und Ziffern, als Definition von Mengen, Distanzen oder Größen, Gewicht, Zeit, Geldwert oder als individuelles Erkennungsmerkmal.
- Das Kind entwickelt ein Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen des Alltags und beginnt eigenmotiviert, erste Fragestellungen und Lösungsansätze zu formulieren.
Transition: Bewältigung des Übergangs in die Schule
- Das Kind bewegt sich angstfrei im Straßenverkehr und erkennt Gefahrenquellen.
- Es kann sich mit seinen Gefühlen, Ängsten und Erwartungen im Hinblick auf den Schulübertritt auseinandersetzen.
- Es entwickelt Stolz und Freude darauf, bald ein Schulkind zu sein.
- Das Kind ist in der Lage, seine Kindergartenzeit zu reflektieren und seinen eigenen Ablöseprozess aktiv mitzugestalten.
Motorik und Koordination stärken
Eine wichtige Voraussetzung für den Schulübertritt sind gute motorische und koordinative Fähigkeiten des Kindes. Bei der Umsetzung unserer Themenschwerpunkte berücksichtigen unsere pädagogischen Mitarbeiter:innen deshalb die Methodik der motorischen und koordinativen Stärkung (Starke Kinder).
Kooperation mit Grundschulen
Um Vorschulkinder auf die Schule vorzubereiten, kooperieren unsere Kitas mit Grundschulen im jeweiligen Stadtgebiet. Unter anderem durch Schulbesuche und die Teilnahme an einer Unterrichtsstunde mit entsprechender Vor- und Nachbereitung sammeln die Kinder erste Erfahrungen mit der Grundschule. Die Abschiedsfeier der Schulhüpfer ist zudem eines der Highlights im Kindergartenjahreskreis.
Beobachtung und Dokumentation im letzten Kindergartenjahr
Im letzten Kindergartenjahr gewinnt die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen den Eltern und unseren pädagogischen Mitarbeiter:innen nochmals an Bedeutung. Bereits vor Beginn des Kindergartenjahrs holen unsere pädagogischen Mitarbeiter:innen die Eltern in einem gesonderten Elternabend inhaltlich zum Thema ab. Während des Jahres beobachten und dokumentieren unsere Erzieher:innen die Entwicklungsschritte der Kinder und besprechen diese in regelmäßigen Entwicklungsgesprächen mit den Eltern:
Häufig gestellte Fragen
Was gehört zur Schulvorbereitung im Kindergarten?
Zur Schulvorbereitung im Kindergarten gehören vor allem die Basiskompetenzen: Konzentration, Sprache, soziale Fähigkeiten und Motorik. Es geht nicht um Buchstaben und Zahlen wie später im Unterricht, sondern darum, dass Kinder neugierig bleiben und sich auf die Schule freuen. Diese Kompetenzen wachsen bei uns im Alltag der Kita.
Wann beginnt die Schulvorbereitung in der Kita?
Sie beginnt nicht erst im Jahr vor der Einschulung, sondern am ersten Krippentag und dauert bis zum letzten Tag im Kindergarten. Im letzten Kindergartenjahr rückt sie besonders in den Fokus: Dann bündeln wir die Angebote für unsere Vorschulkinder.
Muss mein Kind vor der Einschulung schon lesen und rechnen können?
Nein. Für die Schulfähigkeit ist es nicht nötig, dass ein Kind vor der Einschulung lesen, schreiben oder rechnen kann. Wichtiger sind ein positives Selbstkonzept, Ausdauer und die Freude am Lernen. Buchstaben und Zahlen begegnen den Kindern im Kindergarten spielerisch.
Was ist das Schulhüpfer-Programm der Wichtel Akademie?
Als Schulhüpfer bezeichnen wir unsere Vorschulkinder im letzten Kindergartenjahr. Was viele Eltern umgangssprachlich Vorschule nennen, ist bei uns ein ganzheitliches Vorschulprogramm im Kindergarten: mit vier Themenschwerpunkten, Schulbesuchen und einer eigenen Abschiedsfeier.
Welche Themenschwerpunkte hat das letzte Kindergartenjahr?
Wir arbeiten an vier Themenbereichen: Wer bin ich? für Werte und Verantwortung, Literacy für Sprache und Medien, MINT-Projekte für fragende und forschende Kinder sowie Transition für den Übergang in die Grundschule. So werden Fähigkeiten aus allen Bereichen gestärkt.
Wie werden Motorik und Koordination im Kindergarten gestärkt?
Die Kinder trainieren im Spiel Finger, Hand- und Armgelenke und üben Auge-Hand-Koordination sowie Druckdosierung. Im letzten Kindergartenjahr darf jedes Kind ein Federmäppchen mitbringen und so den Umgang mit seinen künftigen Arbeitsmaterialien üben.
Wie arbeiten Kindergarten und Grundschule zusammen?
Unsere Kindergärten kooperieren mit Grundschulen im jeweiligen Stadtgebiet. Bei einem Schulbesuch nehmen die Vorschulkinder an einer Unterrichtsstunde teil, die wir gemeinsam vor- und nachbereiten. Diese Zusammenarbeit nimmt dem Schulstart viel von seiner Aufregung.
Wie werden Eltern eingebunden und wie können sie zu Hause unterstützen?
Vor dem letzten Kindergartenjahr laden wir zu einem eigenen Elternabend ein, dazu kommen zwei Entwicklungsgespräche und ein Abschlussgespräch mit dem Kind. Zu Hause hilft vor allem Vorlesen: Es erweitert den Wortschatz und regt die Fantasie an. Auch klare Regeln und Frustrationstoleranz stärken die Schulfähigkeit.